von Veit 

Regionalplan Wind

0 Comments

Hoher Brand

Was kommt auf das Vogtland zu?

Aktuell werden im neuen Regionalplan Wind die Weichen für die Zukunft unseres schönen Vogtlands gestellt. Der Planungsverband Region Chemnitz arbeitet derzeit am neuen Regionalplan Wind. Ziel ist die Festlegung sogenannter Vorranggebiete für Windenergie.

Grundlage hierfür sind bundesgesetzliche Vorgaben, nach denen bis Ende 2027 mindestens 1,3 % der Fläche der Planungsregion Chemnitz für Windenergie ausgewiesen werden müssen. Zur Planungsregion Chemnitz gehören:

  • Vogtlandkreis
  • Erzgebirgskreis
  • Landkreis Zwickau
  • Landkreis Mittelsachsen
  • Stadt Chemnitz

Beteiligungsverfahren

Der Entwurf des Regionalplans Wind befindet sich aktuell im offiziellen Beteiligungsverfahren. Stellungnahmen können bis zum 06.07.2026 eingereicht werden. Beteiligungsportal des Planungsverbandes Region Chemnitz:
https://beteiligung-regionalplan.de/rpchemnitz/

Wer selbst glaubt nicht versiert genug zu sein eine eigene Stellungnahme schriftlich abzufassen, kann sich hier mit Hilfe eines Textgenerators eine Stellungnahme verfassen, ausdrucken und an das Beteiligungsportal absenden. 
https://www.zukunftvogtland.de/

Warum betrifft uns das alle?

Die vorgesehenen Vorranggebiete können unsere Region langfristig verändern. Betroffen sind insbesondere:

  • Landschaftsbild
  • Waldgebiete
  • Trinkwasser- und Quellgebiete
  • Natur- und Artenschutz
  • Tourismus und Naherholung
  • Lebensqualität der Menschen vor Ort

Als Verein Lebenswertes Vogtland sehen wir deshalb die Notwendigkeit, die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig, transparent und sachlich über die möglichen Auswirkungen des Regionalplans zu informieren.

Was bedeutet ein Vorranggebiet?

Wird eine Fläche als Vorranggebiet für Windenergie festgelegt, erhält die Windkraft dort ein besonderes rechtliches Gewicht. Andere Belange wie:

  • Landschaftsschutz
  • Artenschutz
  • Tourismus
  • Naherholung
  • kommunale Entwicklungsziele

geraten dadurch häufig unter erheblichen Druck.

Veränderungen des Landschaftsbildes

Moderne Windkraftanlagen erreichen heute Höhen von bis zu 250 Metern. Damit verändern sie ganze Landschaftsräume dauerhaft und weithin sichtbar — insbesondere in den Höhenlagen des Vogtlandes.

Fragen der regionalen Mitbestimmung

Viele Entscheidungen werden künftig auf Ebene der Regionalplanung getroffen. Gleichzeitig tragen die Menschen vor Ort die unmittelbaren Auswirkungen auf:

  • Landschaft
  • Lebensumfeld
  • Infrastruktur
  • Tourismus
  • Natur und Umwelt

Dennoch bestehen weiterhin Möglichkeiten zur Mitwirkung:

  • Städte und Gemeinden können Stellungnahmen abgeben
  • Bürgerinnen und Bürger können eigene Einwände einreichen
  • Kommunen können bei eigenen Grundstücken Einfluss nehmen
  • Private Grundstückseigentümer können nicht zur Verpachtung verpflichtet werden

Woran wir aktuell arbeiten

Im Rahmen der Sichtung der Unterlagen und Gespräche mit Bürgern, Fachleuten und Kommunalvertretern beschäftigen uns derzeit insbesondere folgende Fragen:

1. Trinkwasserschutz und sensible Wassersysteme

Aus unserer Sicht besteht weiterer Prüfbedarf hinsichtlich:

  • Trinkwasserschutzgebieten
  • Quellgebieten
  • Grundwasserströmen
  • hydrologisch sensiblen Bereichen

Besonders relevant erscheinen hierbei:

  • Trinkwassertalsperre Muldenberg
  • Trinkwassertalsperre Carlsfeld
  • Trinkwassertalsperre Eibenstock

Hier sehen wir auch die Landkreise Vogtlandkreis und Erzgebirgskreis in der Verantwortung, mögliche Auswirkungen sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls nachzuschärfen.

2. Auswirkungen von Fundamenten und Tiefgründungen

Offene Fragen bestehen insbesondere zu:

  • tiefen Fundamentgründungen
  • Bohrungen
  • Veränderungen von Wasserwegen
  • Auswirkungen auf Quellen und Feuchtbereiche

Bereits vorhandene Untersuchungen im Bereich Hoher Brand / Hirschberg weisen auf ein sensibles Wassersystem mit zahlreichen Quellbereichen und wasserführenden Strukturen hin.

3. Waldflächen, Schneisen und Zuwegungen

Der Bau von Windkraftanlagen erfordert häufig:

  • neue Zufahrtswege
  • Rodungen
  • Schneisen
  • Eingriffe in bestehende Waldflächen

Hier stellen sich Fragen zu:

  • Lebensraumverlust
  • Waldzerschneidung
  • Auswirkungen auf Wasserhaushalt und Mikroklima
  • dauerhaften Eingriffen in Natur- und Erholungsräume

4. Altbergbau und geologische Risiken

Im oberen Vogtland bestehen zahlreiche historische Altbergbau-Strukturen. Aus unserer Sicht muss geprüft werden:

  • ob geologische Risiken ausreichend berücksichtigt wurden
  • welche Auswirkungen schwere Fundamente und Erschließungsmaßnahmen auf sensible Untergründe haben können
  • ob hierzu belastbare Untersuchungen vorliegen

5. Rotorblattabrieb und mögliche Auswirkungen

Weiterhin bestehen offene Fragen hinsichtlich:

  • Abrieb von Rotorblättern
  • möglicher Einträge in Boden und Wasser
  • langfristiger Auswirkungen auf sensible Natur- und Trinkwasserbereiche

Nach unserem aktuellen Kenntnisstand liegen hierzu bislang keine ausreichenden unabhängigen Langzeituntersuchungen speziell für unsere Region vor.

Bereits vorliegende naturschutzfachliche Untersuchungen

Der Verein Lebenswertes Vogtland hat bereits 2023/2024 für den Bereich Hoher Brand / Hirschberg eine naturschutzfachliche Stellungnahme erstellen lassen. Die Untersuchung umfasste unter anderem:

  • europäische Vogelarten
  • Fledermäuse
  • Quellbereiche
  • Wassersysteme
  • Flugkorridore
  • Wald- und Lebensräume

Die Ergebnisse zeigen Hinweise auf sensible Quell- und Wassersysteme, bedeutende Flugkorridore geschützter Vogelarten, Fledermausaktivitäten sowie naturschutzfachlich bedeutsame Waldstrukturen.

Weitere Untersuchungen angestrebt

Aus unserer Sicht zeigt die Untersuchung beispielhaft, dass auch für die aktuell ausgewiesenen Gebiete im oberen Vogtland vertiefende und belastbare Untersuchungen notwendig sind. Daher wird angestrebt:

  • weitere Unterlagen auszuwerten
  • Fachinformationen zusammenzutragen
  • mögliche Schutzgüter zu prüfen
  • weitere naturschutzfachliche beziehungsweise hydrologische Untersuchungen anzuregen oder zu begleiten

Was können Bürgerinnen und Bürger tun?

1. Stellungnahmen einreichen

Bis zum 06.07.2026 können Bürgerinnen und Bürger, Städte, Gemeinden sowie Landkreise Stellungnahmen beim Planungsverband Region Chemnitz einreichen.

2. Vor Ort aktiv werden

  • Informieren Sie sich über die betroffenen Flächen
  • Tauschen Sie sich mit Nachbarn, Gemeinderäten und Kreisräten aus
  • Bringen Sie das Thema in öffentliche Diskussionen ein
  • Unterstützen Sie bestehende Initiativen oder engagieren Sie sich selbst

3. Eigentumsverhältnisse prüfen

Kommunen besitzen bei eigenen Flächen unmittelbare Einflussmöglichkeiten. Private Eigentümer können nicht zur Verpachtung verpflichtet werden.

Unser Anliegen

Als Verein Lebenswertes Vogtland setzen wir uns für eine sachliche, transparente und faktenbasierte Auseinandersetzung mit dem Regionalplan Wind ein. Wir möchten:

  • informieren
  • Zusammenhänge verständlich machen
  • offene Fragen sichtbar machen
  • Bürgerinnen und Bürger unterstützen
  • die Auswirkungen auf unser schönes Vogtland sorgfältig betrachten

Denn die Entscheidungen, die heute getroffen werden, werden unsere Region für viele Jahrzehnte prägen.

Über den Autor 

Veit

Mich interessieren Wissen und Erkenntnisse aus vielen Lebensbereichen. Deshalb bin ich auch in mehreren davon tätig. Unter anderem baue ich solche Internetseiten. Ich äußere gern offen meine Meinung und versuche diese maximal mit Fakten zu untermauern. Ich lebe seit einem Jahrzehnt im schönen Markneukirchen und setze mich hier im Verein Lebenswertes Vogtland dafür ein, Heimat und Natur zu erhalten. Völlig ineffiziente und die Gesundheit von Mensch und Tier schädigende Windräder passen hier nicht her.

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}

Schreib Dich in unseren Rundbrief ein und erfahre von den neuesten Entwicklungen!

>